Mein 500ster Tauchgang

Es ist geschafft, mein 500ster Tauchgang ist Geschichte! Am 17.07.2011 fuhr ich mit meinem Tauchpartner Björn nach Rostock zur Tauchbasis von Olaf Götz, Divecenter Rostock im Yachthafen Hohe Düne Steg H, um mit Seehunden zu tauchen. Wir wurden sehr freundlich empfangen, und eine der nächsten Fragen lautete: „Bist du nicht der Autor des Berichtes im Sporttaucher?“ Zu meiner Verwunderung lag auf dem Tisch in der Basis neben dem neuesten Exemplar von „Unter Wasser“ auch „Der Sporttaucher“ Ausgabe Juli/August 2011. Für den Transport unserer Ausrüstung vom weit entfernten Parkplatz wurden uns 2 Bollerwagen angeboten, und schnell war auch diese Hürde, der Transport der Ausrüstung, überwunden. Nach dem hineinzwängen in die obligatorische Gummihaut wurde das Tauchgerödel auf dem Boot verstaut, und nach einem kurzen Briefing machten wir uns mit dem Boot auf den Weg zum Seehundgehege.

Das Gehege liegt an der Nordspitze der Ostmole der Warnow im 5 Sterne Yachthafen „Hohe Düne“ von Warnemünde. Von Steg H, also der Tauchbasis, nur einen Steinwurf weit entfernt. Die Station wird von Prof. Dr. Guido Denhardt geleitet, und dient in erster Linie zur Erforschung der Orientierungsmechanismen mariner Säugetiere. Den 9 hier gehaltenen Seehunden steht ein im Wasser schwimmender Käfig von der Größe 60 x 30 Metern und einer maximalen Tiefe von 6 Metern zur Verfügung, was die Anlage zur größten internationalen Seehundforschungsanlage macht

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Nach wenigen Minuten erreichten wir das Gehege, und das Boot wurde an einer Dalbe fest verzurrt. Das Schöne an dieser Ausfahrt, es waren nur 4 Gasttaucher und 2 Guides von der Basis an Bord! Also kein Gedränge wie auf einem Tauchboot in Ägypten. Beim Sprung in das Wasser hatte ich allerdings Bedenken wegen der Wassertemperatur, ich hatte nämlich großkotzig wie immer auf Handschuhe und Eisweste verzichtet. Aber im Nachhinein waren die 15,8° C Wassertemperatur gut zu ertragen. Durch die Schleuse , die von einer Bediensteten der Forschungseinrichtung geöffnet und geschlossen wurde schwammen wir in das Gehege. Der erste Eindruck war entgegen der Aussagen vom Guide etwas enttäuschend.

Er meinte nämlich wir würden beim Reintauchen in das Gehege schon von den Seehunden sehnlichst erwartet. Aber Pustekuchen lediglich etwas Seegras und ein paar Quallen waren das Begrüßungskomitee. Da die Sicht auch keine 40 m betrug , aber immerhin doch recht annehmbar war, machten wir uns auf die Suche nach den Seehunden. Die hatten sich genau am anderen Ende des Geheges versammelt und warteten an der Oberfläche auf ein paar leckere Happen aus den Händen der Trainerin. Aber völlig umsonst, denn Sonntags ist Fastenstag! Fast unbemerkt und unbeachtet konnten wir uns in das wartende Seehundrudel einschleichen, und auch ein paar Video und Fotoaufnahmen schießen. Die flinken Seehunde schwammen um uns herum und tauchten über und unter uns vorbei, wobei ich größtenteils Mühe hatte sie mit der Kamera zu erfassen. Aber wie im Video (www.stein-video.de) zu sehen sind mir, und meinem Tauchpartner Björn, doch einige Aufnahmen gelungen. Durch das ewige Auf und Ab von der Oberfläche zum Grund und zurück zeigte mir mein Computer keine genaue Tauchzeit mehr an, und ich war sehr erstaunt, als der Tauchguide mir zu verstehen gab, dass die ausgemachte Tauchzeit von gut 55 Minuten abgelaufen war.

Schweren Herzens versammelten wir, und auch ein Teil der Seehundmeute, uns vor der Schleuse zum Austauchen aus dem Gehege. Irgendwie schaffte es die Trainerin aber doch nur die Taucher in die Schleusenkammer zu lassen. Nachdem der Eingang geschlossen, und der Ausgang geöffnet war schwammen wir dann zum Boot zurück. Vor dem Einstieg in das Boot gratulierte mir Björn noch auf dem Meeresgrund mit einem Schild und einer Flasche Proseco zu meinem 500 sten Tauchgang. Ein kräftiger Schluck aus der Flasche, einsteigen in das Boot, ablegen der Tauchausrüstung und schon ging es zurück zur Basis am Steg H. Es war ein großartiges Erlebnis mit diesen Tieren so hautnah schwimmen und tauchen zu dürfen, denn sie zeigten keinerlei extreme Scheu vor den blubbernden Wesen die da ihr Revier plötzlich erobern wollten. Es kamen sogar einige Körperkontakte, teils gewollt teils ungewollt, zu stande. Trotz der 100 Euro Eintrittspreis, die ich nicht bereut habe, war dieser Tauchgang ein wirklich würdiger Rahmen für meinen 500sten Tauchgang ! Ich hoffe nur, es werden noch weitere 500 Tauchgänge folgen. Mit sportlichem Gruß Dieter P.S. Die Bilder stammen aus der Kamera von Björn Th. Das Video ist online, viel Spass! Für alle Interessierten zum Schluss noch die Koordinaten für den Yachthafen Hohe Düne in Rostock: O 12° 06`03" N 54° 10`40"E

                                             

Bilder von Björn Theuerkauf

 

Stein-Video.de