Begenung mit dem Monsterhecht

Seit dem 16.08. wogte die Debatte auf der Webseite vom Stammtisch hin und her!

Geht Mann oder Frau am Dienstag, dem 23.08 Tauchen oder nicht?

Nach und nach sagten einige zu und auch wieder ab.

Zum Schluss waren nur Detlev Loll und ich übrig die sich am Glienicker See Pferdekoppel treffen wollten.

Am Dienstagmorgen ein böses Erwachen, es regnete Cats and Dogs wie der Inselaffe so schön sagt. Bange Stunden bis zum Treffen um 17°° Uhr waren angesagt.

Gegen 16°° Uhr hatte der Regengott dann doch noch ein Einsehen mit uns und schloss die Schleusen.

Tauchgerödel ins Auto, und ab zum Glienicker wo mich Detlev schon erwartete.

Kurze Begrüßung, ab in die Gummihaut und das Gerödel übergeworfen. Im Wasser dann ein kurzes Breefing und der Buddycheck.

Vom Strand an der Pferdekoppel aus tauchten wir NW 300° in Richtung Seemitte, und nach ca. 5 Minuten Richtungsänderung SW 210°.

Der Tauchgang glich einer Achterbahnfahrt. Ein ewiges Auf und Ab, links und rechts um dem teilweise sehr starken und dichten Pflanzenwuchs aus zu weichen. Die Flora ist so dicht gewachsen, dass wir durch meterhohe Canyons, tiefe Täler und über undurchdringlichen Urwald getaucht sind.

Zwischen den Pflanzen gab es große Schwärme kleiner Fische, und viele kleine und auch größere Hechte. Aus einem Pflanzenversteck trat irgendwann ein aufgeschreckter kapitaler Blei die Flucht in die unendlichen Weiten des Glienicker Sees an.

Bei teilweiser passabler Sicht und bei einer Wassertemperatur von ca. 19°C setzten wir unseren Tauchgang fort.

Nach ca. 20 Minuten dann die erste unheimliche Begegnung!

In den Pflanzen unter mir entdeckte ich etwas langes, dickes und dunkelgrünes. Mit meiner Lampe machte ich Detlev auf dieses ungewöhnlich Objekt am Bode aufmerksam.

Bei näherer Betrachtung entpuppte sich das Etwas als ein ca. 1,20 – 1,50 m langer Hecht, der dort im Dickicht auf Beute lauerte, oder sich auch nur ausruhte.

Nachdem Detlev diese Ungetüm fast von allen Seiten abgelichtet hatte tauchten wir weiter Richtung Süden.

 

    

 

 15 Minuten später dann ein gleiches Ungetüm von Hecht, der aber diesmal im Freiwasser in ca. 2 m Tiefe stand, und sich freiwillig ablichten ließ. Er gestattete uns beiden eine Annäherung bis auf Armlänge, und so konnte ich ihn Auge in Auge genau betrachten.

Ein unwahrscheinlich großes Tier, dass bestimmt schon einige Jahre den Nachstellungen der Angler und Fischer ausweichen und sei Revier verteidigen konnte.

Nach dieser Begegnung dann die Kehrtwende und wir tauchten zurück.

Auf und ab, hin und her immer dem Pflanzenwuchs ausweichend, tauchten wir mal höher mal tiefer grobe Richtung 30° zurück zum Einstieg. Auf dem Rückweg störten wir nur noch 1-2 Bleie, die schnell vor den Blitzen von Detlev das Weite suchten und es auch fanden!


Nach ca. 85 Minuten Tauchzeit erreichten wir dann wohlbehalten, mit vielen schönen Bildern im Kopf und in der Kamera, den Einstieg und beendeten unseren abenteuerlichen Tauchgang.

Es war schon ein unheimliches und beeindruckendes Gefühl solch einem Monster von Hecht begegnet zu sein! Hoffentlich können diese beiden Exemplare von Hecht noch viele Jahre ihr Revier im Glienicker See behaupten, und noch andere Taucher erschrecken (erfreuen) können.

Zu allem Überfluss fing es dann an, als wir das Gerödel eingepackt hatten und abfahren wollten, zu regnen.

 

 

Bild von Detlev Loll

 

Stein-Video.de